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Wissen · KI im Geschäft

ChatGPT und Datenschutz. Was rein darf und was draußen bleibt.

ChatGPT schreibt Angebote, fasst Gespräche zusammen und hilft bei Beiträgen. Irgendwann kommt bei fast allen, die es im Geschäft nutzen, das kurze Zögern: Darf ich das hier überhaupt reinkopieren? Hier steht, was der Datenschutz dazu sagt, welche Einstellungen du kennen solltest und welche Daten in kein KI-Werkzeug gehören.

Von Jamie Morgan · Stand 23. Oktober 2026

So klingt es im Kopf

„Darf ich das Gesprächsprotokoll einfach reinkopieren?“

„Alle nutzen das, also wird es schon passen.“

„Die Maschine schreibt schneller als ich. Wozu braucht es mich noch?“

Was der Datenschutz bei KI-Werkzeugen verlangt

Die Datenschutz-Grundverordnung gilt auch für ChatGPT und jedes andere KI-Werkzeug. Sobald du Daten eingibst, die sich einem Menschen zuordnen lassen, verarbeitest du personenbezogene Daten. Name, Mailadresse, eine Firma mit Ansprechpartner oder Details aus einem Coaching, die jemanden erkennbar machen: Das alles zählt dazu.

Die Datenschutzkonferenz, also die deutschen Aufsichtsbehörden, hat dazu im Mai 2024 eine Orientierungshilfe veröffentlicht. Kurz gefasst verlangt sie Datensparsamkeit in jeder Phase, eine Rechtsgrundlage für jede Verarbeitung und eine Prüfung vorab, was der Anbieter mit den Eingaben macht.

Für Coaches gilt das doppelt. Gesundheit, Krisen, Familie: Was in einer Sitzung erzählt wird, ist häufig besonders geschützt. Solche Inhalte gehören in kein KI-Werkzeug, für das du keinen Vertrag zur Auftragsverarbeitung hast.

Die Einstellungen, die du kennen solltest

  • Private Konten wie Free, Plus oder Pro: Eingaben können zum Training der Modelle genutzt werden. Unter Einstellungen und Datenkontrollen lässt sich die Option zum Verbessern des Modells ausschalten.
  • Business-Angebote wie ChatGPT Business, Enterprise oder die Schnittstelle für Entwickler: Laut OpenAI werden Eingaben standardmäßig nicht zum Training genutzt. Für diese Angebote gibt es einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung.
  • Andere Anbieter haben eigene Regeln. Vor dem Einsatz im Geschäft die Datenschutzhinweise lesen.

Stand dieser Angaben ist Oktober 2026. Anbieter ändern ihre Einstellungen regelmäßig, prüf sie selbst, bevor du Kundendaten eingibst.

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Drei Regeln für den Alltag

  1. Anonymisieren vor dem Einfügen. Namen, Firmen und Orte raus. „Kundin, Coaching zur beruflichen Neuorientierung“ reicht der KI für fast jede Aufgabe.
  2. Eigene Texte ja, fremde Daten nein. Dein Angebot, deine Beiträge und deine Gliederung kannst du bearbeiten lassen, solange keine Daten Dritter darin stehen.
  3. Die KI fragt, du entscheidest. Lass dir Fragen stellen, statt fertige Texte zu übernehmen. Was du selbst formulierst, klingt nach dir und enthält nur, was du freigibst.

So ist auch die KI gebaut, mit der Mitglieder der Solo Business Schmiede arbeiten. Sie heißt Clarity und schreibt Texte nie fertig. Sie fragt nach, bis die Antwort von dir kommt.

KI-Kompetenz: was die EU-KI-Verordnung verlangt

Seit dem 2. Februar 2025 gilt Artikel 4 der EU-KI-Verordnung. Wer KI beruflich einsetzt, muss dafür sorgen, dass die Menschen, die in seinem Auftrag damit arbeiten, genug davon verstehen. Wie das aussieht, schreibt das Gesetz nicht vor.

Für Solo-Selbstständige ohne Mitarbeitende ist das vor allem eine Frage an sich selbst: Weißt du, was das Werkzeug mit deinen Eingaben macht, und erkennst du seine Fehler? Die Werkzeuge sind im Alltag angekommen. Laut Bitkom nutzen 2026 erstmals 57 Prozent der Unternehmen ab 20 Beschäftigten KI, ein Jahr zuvor waren es 36 Prozent. Das Wissen über die Grenzen hinkt hinterher.

Was die Zahlen sagen

57 %

der Unternehmen ab 20 Beschäftigten nutzen 2026 KI. Ein Jahr zuvor waren es 36 Prozent.

Quelle: Bitkom, Presseinformation vom 14.09.2026 (603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten)
02.02.2025

Seit diesem Tag gilt die Pflicht zur KI-Kompetenz nach Artikel 4 der EU-KI-Verordnung.

Quelle: Verordnung (EU) 2024/1689 über künstliche Intelligenz, Artikel 4
Mai 2024

veröffentlichten die deutschen Datenschutzbehörden ihre Orientierungshilfe zu KI und Datenschutz.

Quelle: Datenschutzkonferenz, Orientierungshilfe Künstliche Intelligenz und Datenschutz, 06.05.2024
Kostenlos · online · Mittwoch, 25.11.2026, 19 Uhr

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Häufige Fragen

Ist ChatGPT DSGVO-konform?

Das hängt davon ab, wie du es nutzt. Entscheidend sind die Art der Daten, die Rechtsgrundlage, die Einstellungen deines Kontos und ob es einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung gibt. Für eigene Texte ohne Daten Dritter ist das Risiko gering, für Kundendaten braucht es eine saubere Grundlage.

Darf ich Kundendaten in ChatGPT eingeben?

Nur mit Rechtsgrundlage und in der Regel nur mit einem Vertrag zur Auftragsverarbeitung, den OpenAI für seine Business-Angebote anbietet. Einfacher und sicherer ist es, Kundendaten vorher zu anonymisieren.

Wie schalte ich das Training bei ChatGPT aus?

In privaten Konten unter Einstellungen und Datenkontrollen die Option zum Verbessern des Modells ausschalten. Danach werden neue Unterhaltungen laut OpenAI nicht mehr zum Training genutzt.

Brauche ich als Selbstständiger eine KI-Schulung?

Artikel 4 der EU-KI-Verordnung verpflichtet dich, für die KI-Kompetenz der Menschen zu sorgen, die in deinem Auftrag mit KI arbeiten. Arbeitest du ganz allein, betrifft dich die Pflicht kaum. Das Wissen über Datenschutz und Grenzen der Werkzeuge brauchst du trotzdem.

Diese Seite ist allgemeine Information und keine Rechtsberatung. Stand der Angaben: 23.10.2026.

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