Solopreneur. Allein im Geschäft, mit einem Weg, der trägt.
Solopreneur heißt: Ein Mensch ist das ganze Unternehmen. Angebot, Kundengewinnung, Buchhaltung, Technik und der Kaffee danach. In Deutschland arbeiten rund 1,8 Millionen Selbstständige so, ohne einen einzigen Beschäftigten. Hier steht, was das Modell trägt, wo es reißt und in welcher Reihenfolge du es aufbaust.
Von Jamie Morgan · Stand 23. Oktober 2026
„Ich mache alles selbst, und trotzdem bleibt das Wichtigste liegen.“
„Es hakt nicht an einer Stelle. Es hakt an sieben.“
„Allein arbeiten heißt auch, dass mir niemand widerspricht.“
Was ein Solopreneur ist
Solopreneur ist ein Kunstwort aus „solo“ und „Entrepreneur“. Gemeint ist ein Geschäft mit genau einem Menschen darin. In der Statistik heißt das Solo-Selbstständigkeit. Das Institut für Mittelstandsforschung zählt für 2024 rund 1,8 Millionen davon, gut die Hälfte aller Selbstständigen in Deutschland.
Coaches, Beraterinnen, Trainer, Texterinnen, Designer: Wer eine Dienstleistung mit dem eigenen Kopf verkauft, landet fast immer hier. Und es werden mehr. 86 Prozent der Gründungen 2025 waren Sologründungen, so wenige Teamgründungen wie nie. Vier von zehn Gründerinnen und Gründern behalten ihre Anstellung erst einmal und starten daneben.
Wo das Modell reißt
Ein Solopreneur hat keine Abteilung. Er ist Vertrieb, Marketing, Lieferung und Verwaltung in einer Person, und jede Rolle will an jedem Tag etwas. Das Ergebnis kennt fast jeder, der allein arbeitet: Die Woche ist voll, und am Freitag ist trotzdem kein neuer Kunde in Sicht.
Die Zahlen zeigen dasselbe Bild. 57 Prozent der Gründerinnen und Gründer 2025 berichten Schwierigkeiten bei der Kundengewinnung. Unter Freiberuflern nennen 62 Prozent die Auftragsakquise als größte Herausforderung. Am Fachwissen liegt es selten. Es fehlt die Reihenfolge, in der die Teile ineinandergreifen.
Und es fehlt das Gegenüber. Ein Angebot kann monatelang unscharf bleiben, weil es nie jemand laut hinterfragt. Im Team hätte nach einer Woche jemand gefragt, für wen das eigentlich gedacht ist.
Ein Muster taucht dabei immer wieder auf: beschäftigt ohne Kunden. Beiträge, Blogtexte, Vorbereitung, alles fühlt sich wie Arbeit an. Nur das Gespräch mit einem möglichen Kunden fehlt in der Woche.
Wo hakt es bei dir gerade?Der Business-Check stellt 13 leichte Fragen und zeigt dir die Stelle, an der du zuerst ansetzt. Kostenlos.
Business-Check startenDie Reihenfolge, die trägt
- Fundament. Ein Angebot, das sich in einem Satz sagen lässt, und ein Wunschkunde, den du beschreiben kannst.
- Sichtbar werden. Ein Kanal, ein Profil, das in Sekunden sagt, wofür du stehst, und Beiträge aus deiner Praxis.
- Ins Gespräch kommen. Menschen ansprechen, die schon reagiert haben, Empfehlungen pflegen, das eigene Netzwerk nutzen.
- Zum Auftrag. Ein Erstgespräch mit Bogen, ein Preis, der einmal gesagt wird, ein fester nächster Schritt.
- System. Was funktioniert, wird wiederholbar: mit Vorlagen, Werkzeugen und KI, wo sie wirklich hilft.
Wer bei Schritt drei anfängt, weil Akquise sich am dringendsten anfühlt, landet nach ein paar Wochen wieder bei Schritt eins. Die meisten Umwege beginnen genau so.
Wo Solopreneure Halt finden
Gegen das Alleinsein im Geschäft hilft ein Kreis aus Menschen, die dasselbe bauen. In der Solo Business Schmiede ist das ein Netzwerk aus Unternehmern, die Coaching, Beratung oder eine Dienstleistung verkaufen. Die Kurse dort heißen Solo Business System und folgen genau den fünf Etappen oben.
Jeden Montag gibt es einen festen Termin, an dem gearbeitet wird. Du baust selbst, mit Vorlagen, Werkzeugen und Menschen, die nachfragen. Der Grundsatz dahinter: Es braucht ein Schema, aber kein Korsett.
Was die Zahlen sagen
Solo-Selbstständige ohne Beschäftigte gab es 2024 in Deutschland, gut die Hälfte aller Selbstständigen im Haupterwerb.
Quelle: Institut für Mittelstandsforschung Bonn, Statistik Selbstständige, Berichtsjahr 2024der Gründungen 2025 waren Sologründungen. So wenige Teamgründungen gab es laut KfW noch nie.
Quelle: KfW Research, KfW-Gründungsmonitor 2026 (August 2026)der Gründerinnen und Gründer 2025 berichten Schwierigkeiten bei der Kundengewinnung, mehr als doppelt so viele wie zwei Jahre zuvor.
Quelle: KfW Research, KfW-Gründungsmonitor 2026 (August 2026)Opening-Abend: Wie Kunden zu dir finden
Ein Abend für Coaches, Berater und Dienstleister. Die drei Türen, durch die Kunden kommen, die Reihenfolge, die trägt, und dein erster Satz. Mit Jamie Morgan.
Häufige Fragen
Was ist ein Solopreneur?
Ein Solopreneur ist eine Person, die ihr Unternehmen allein und ohne Beschäftigte führt. Sie entwickelt das Angebot, gewinnt die Kunden, liefert die Leistung und kümmert sich um die Verwaltung. Im Deutschen spricht man von Solo-Selbstständigen.
Was ist der Unterschied zwischen Solopreneur und Freelancer?
Freelancer arbeiten meist projektweise für Auftraggeber und rechnen nach Stunden oder Tagen ab. Ein Solopreneur baut ein eigenes Angebot mit eigenem Namen, das er an viele Kunden verkauft. Die Grenze ist fließend, viele Selbstständige sind beides.
Wie viele Solo-Selbstständige gibt es in Deutschland?
Das Institut für Mittelstandsforschung Bonn zählt für 2024 rund 1,8 Millionen Selbstständige im Haupterwerb ohne Beschäftigte. Das ist gut die Hälfte aller Selbstständigen.
Womit fange ich als Solopreneur an?
Mit dem Fundament: einem Angebot, das sich in einem Satz sagen lässt, und einem Wunschkunden, den du beschreiben kannst. Website, Logo und Kanal kommen danach. Wo du gerade stehst, zeigt der kostenlose Business-Check.